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Hochwasser in Passau am 15.August.2002

 

Einsatzbericht:
Einsatzdauer:16 Stunden
Fahrzeuge:LF8
MZF
Einsatzkräfte:14 Mann
Weitere Wehren:---

 

In diesen Tagen wurden Teile Europas durch anhaltenden Regen regelrecht von der Sintflut erfasst. In den betroffenen Gebieten traten Bäche und Flüsse über die Ufer und zerstörten ganze Landstriche und Städte. Häuser wurden von den tobenden Massen einfach weggerissen. Dort wo das Wasser noch nicht über die Ufer getreten war, waren dennoch die Deiche bereits so aufgeweicht, dass sie jeden Moment zu bersten drohten. Auch Bayern wurde von dieser Katastrophe nicht verschont. Die Donau schwoll durch den Regen auf einen kritischen Stand an. So herrschte in den Städten und Orten entlang der Donau auch zeitweise Katastrophenalarm. In den Städten Regensburg und Straubing blieb das Schlimmste jedoch aus. Nur die Hochwasserstadt Passau blieb nicht verschont. Zwar kämpfte man dort jedes Jahr mit dem Hochwasser, in diesem Jahr erreichte die Donau jedoch einen Rekordstand von 10,84 Metern, da sich die Flutwellen der drei Flüsse Donau, Inn und Ilz genau in Passau trafen. Nach tagelangem Einsatz der dortigen Feuerwehren wurde von der Regierung von Niederbayern Amtshilfe aus den benachbarten Landkreisen erbeten.
So wurde an einem Abend zuvor ein Infoabend für die Feuerwehren abgehalten, die sich an der Aktion beteiligten. Die eingesetzten Fahrzeuge wurden dabei so gewählt, dass die nötige Versorgung des eigenen Landkreises nicht zusammengebrochen wäre. Zudem waren die Nachalarmierungsstellen informiert, um notfalls Schritte einzuleiten. Stellvertretender Landrat Georg Eberl dankte nochmals den Feuerwehren, dass sie sich für die Hilfe in einem anderen Landkreis zur Verfügung stellten.
Gut gelaunt und bestens gerüstet traf man sich um 4.30 Uhr bei der Feuerwehr. Um 5 Uhr ging es dann an diesem Donnerstag nach Landau zum Treffpunkt und anschließend um 5.30 Uhr im Konvoi auf der Autobahn nach Passau. Von der Feuerwehr Pilsting waren das LF 8 und das Mehrzweckfahrzeug an diesem Einsatz beteiligt. In Passau kam man dann so gegen 8.00 Uhr an, von wo aus man den jeweiligen Einsatzort zugewiesen bekam. Ein Passauer Kollege brachte uns schließlich dort hin. Unser Einsatzort lag direkt am Wasser. Dort pumpten wir zahlreiche Keller aus, die mit dreckigem Wasser angefüllt waren. Nachdem das Wasser draußen und die Pumpen ausgeschaltet waren, musste man jedoch feststellen, dass das Wasser aus allen Ritzen wieder nach floss. Trotzdem war es nicht allzu schlimm, da das nachlaufende Wasser nur sauberes Grundwasser war und der größte Dreck mit den Tauchpumpen aus den Kellern bringen konnte. Neben den auszupumpenden Kellern waren wir auch in einem Reisebüro eingesetzt, dass es auszuräumen galt. Man sah an einer Glastür, die in Richtung Donau zeigte, den Fluss auf ca. einem drittel der Türhöhe vorbeifließen.
Gegen 17 Uhr nachmittags konnte man schließlich zusammenpacken und die Fahrzeuge wieder beladen. Anschließend ging es zurück nach Pilsting. Zum Schluss musste man sagen, dass man dort nicht so viel helfen konnten, wie man vielleicht vor hatte. Aber den Menschen war es ein Trost zu wissen, dass jemand da war, der ihnen half mit all der Arbeit in dieser schlimmen Zeit. Wir fuhren nach Passau, um den Menschen dort zu helfen und die Menschen dort behandelten uns Helfer wie Ehrengäste. Wir dachten sie wären voll Verdruss und Verzweiflung, doch sie waren guten Mutes und waren froh über unsere Hilfe. Und das schönste an diesem Tag, man kam nach Hause und hatte ein richtig gutes Gefühl, den Menschen in Not geholfen zu haben.

Feuerwehren des Landkreises:

Einsatz bei Hochwasserhilfe in Passau

Auch heute werden die Hilfskräfte bei den Aufräumarbeiten verstärkt

L a n d a u. Zwölf Feuerwehren aus dem Landkreis Dingolfing-Landau unterstützten am Donnerstag die Hilfskräfte im Katastrophengebiet Passau. Es waren 21 Fahrzeuge mit rund 150 Feuerwehrmännern rund 16 Stunden im Dauereinsatz. Zahlreiche Einsatzstellen konnten abgearbeitet werden.
Die Regierung von Niederbayern hatte die Landkreise um Amtshilfe zur Unterstützung der im Dauereinsatz befindenden Hilfskräfte in Passau bei der Beseitigung der Hochwasserschäden im Katastrophengebiet gebeten. Nach den nun sinkenden Pegelständen in der Drei-Flüsse-Stadt kann mit den Aufräumungsarbeiten begonnen werden. KBR Weinzierl und Sachgebietsleiter Knöckl organisierten am Dienstag zwölf Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis und informierten diese abends in der Feuerwache Dingolfing über den bevorstehenden Einsatz.
Amtierender Landrat Eberl dankte den Feuerwehren für ihre Bereitschaft zur Hilfe im Landkreis Passau. Er hob hervor, dass die Feuerwehren durch den KBR und den Sachgebietsleiter so ausgewählt wurden, dass die Grundversorgung im Landkreis Dingolfing-Landau nicht beeinträchtigt wurde. Für Ernstfälle im Landkreis waren die alarmierenden und nachalarmierenden Stellen entsprechend informiert.
Am Donnerstag um 5:30 Uhr zog der Verband nach Passau zur Hauptfeuerwache um im Einsatzgebiet die Einsatzstellen zugewiesen zu bekommen. Die einzelnen Feuerwehren wurden von KBI Maier sowie den KBM Hallschmid und Pflaum im Einsatzgebiet organisiert und gesteuert. Die Hauptaufgaben bestanden im Auspumpen und Reinigen der Keller, dem Entfernen von 50 cm hohen Schlamm aus den Gassen der Innstadt, dem Reinigen von Straßen und im Rückbau von Sandsackdämmen. Gegen Abend wurden die Hilfskräfte abgelöst und es konnte nach, Rücksprache mit der Gesamteinsatzleitung Passau, wieder Richtung Heimat abgerückt werden. Bereits am Dienstag und Mittwoch leisteten die Landkreise Landshut, Rottal/Inn und Freyung Grafenau Amtshilfe in Passau.
Getreu dem Motto „Helfen in der Not“ begeben sich am heutigen Samstag noch einmal 270 Wehrmänner aus dem Landkreis Dingolfing/ Landau nach Passau, um die Wehren der Stadt Passau zu unterstützen. DW eingesetzten Feuerwehren: Dingolfing, Frontenhausen, Höfen, Landau, Mamming, Marklkofen, Mengkofen, Niederviehbach, Pilsting, Reisbach, Simbach, Wallersdorf.

Quelle: Landauer Zeitung