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Zimmerbrand in Trieching am 13.November.1999

 

Einsatzbericht: 
Einsatzdauer:3 Stunden
Fahrzeuge:LF16
LF8
MZF
Einsatzkräfte:25 Mann
Weitere Wehren:---

 

Im ehemaligen Geschäftshaus Pfeffer war gegen 23.00 Uhr ein Zimmerbrand ausgebrochen. Das Haus war von sieben Personen bewohnt. In dem Zimmer, in dem der Brand ausgebrochen war, schliefen zwei Jungen. Ein Nachbar hatte den Brand entdeckt und sofort gemeldet. Trotz der starken Rauchentwicklung gelang es ihm einen Jungen ins Freie zu bringen. Wenige Augenblicke später trafen wir am Brandort ein. Trotz der starken Rauchentwicklung und der herabstürzenden Zimmerdecke konnten Atemschutzträger den zweiten Jungen zwar schnell finden, doch kam für die beiden jede Hilfe zu spät. Die übrigen Hausbewohner hatten vom Brand noch gar nichts bemerkt und konnten unverletzt ins Freie gebracht werden. Nach dem Einsatz kümmerte sich ein Notfallseelsorger um die Feuerwehrmänner, von denen einige doch einen leichten Schock hatten. Das muß erst einmal verkraftet werden, wenn zwei Kinder sterben, und trotz aller Bemühungen ihnen nicht mehr geholfen werden konnte. Die genaue Brandursache konnte nicht mehr geklärt werden.

Zwei Zwölfjährige starben an Rauchvergiftung

Ursache des Brandunglücks in Trieching noch unklar – Übrige Hausbewohner rechtzeitig im Freien

Landau/Trieching. (hw) Zwei Todesopfer hat das schreckliche Brandunglück gefordert, das in der Nacht zum Sonntag in Trieching geschehen ist. Bei dem Zimmerbrand erlitten zwei zwölfjährige Jungen so schwere Rauchvergiftungen, dass sie noch am Brandort verstarben. Über die Brandursache konnten bis zum gestrigen Nachmittag noch keine näheren Angaben gemacht werden. Die ganze Ortschaft stand am Sonntag wie unter einem Schock, so sehr betroffen war man von dem Schicksal der Familie, in deren an der Hauptstraße gelegenen Haus das Unglück geschehen ist. Eine mit Brettern vernagelte Vorderfront und schwarze Rauchspuren am Gebäude gaben kaum einen Anhaltspunkt für das, was sich dort in den Nachtstunden zuvor abgespielt hatte. Bei dem Haus handelt es sich um das frühere Geschäftshaus der Metzgerei Pfeffer, in dem die sechsköpfige Familie seit noch gar nicht so langer Zeit wohnte. Von sieben Personen war das Einfamilienhaus in der Brandnacht bewohnt, ein Cousin war zu Besuch und hielt sich mit einem Sohn der Familie in einem separaten Gebäudeteil mit Ausseneingang auf, wo sie sich auch zum Schlafen gelegt hatten. Die Brandmeldung erfolgte gegen 23 Uhr. Durch den Rauch alarmiert konnten die übrigen Familienmitglieder das Haus fluchtartig verlassen. Die Eltern versuchten die beiden Jungen noch herausholen, doch war in ihrem Zimmer, in dem sich der Brandherd befand, die Rauchentwicklung schon zu stark. Dennoch konnte ein beherzter Nachbar ein Kind nach draussen bringen. Das zweite Kind wurde von einem Feuerwehrmann mit Atemschutz geborgen. Für beide Jungen kam jedoch jede Hilfe zu spät – schon wenige Atemzüge genügen bekanntlich, um vom Kohlendioxid zuerst ohnmächtig und dann vergiftet zu werden. Trotz des sehr schnellen Einsatzes der Feuerwehren brannte das Zimmer vollständig aus. Am Brandort befanden sich neben den Wehren von Pilsting, Trieching, Ganacker und Waibling auch Kreisbrandrat Alfons Weinzierl. „Wir hatten keine Chance, die Kinder rechtzeitig zu bergen“, bedauerte Weinzierl, der die reibungslose Zusammenarbeit mit Rotem Kreuz und Malteser Hilfsdienst hervorhob. Die Hilfskräfte seien unter starkem psychischem Druck gestanden, als sich das ganze Ausmaß des Unglücks erschloss. Der Feuerwehrmann, der einen der Jungen geborgen hatte, erlitt neben einer leichten Rauchvergiftung einen Nervenzusammenbruch. Zur psychologischen Betreuung war ein Notfallseelsorger aus Straubing anwesend, Pfarrer Beer aus Pilsting spendete den Kindern die letzte Ölung. Die übrigen Familienmitglieder standen ebenfalls unter Schock und mussten mit Rauchvergiftungen ins Landauer Krankenhaus gebracht werden. Die Brandursache ist derzeit noch ungeklärt. Wie immer in solchen Fällen liegt ein elektrischer Defekt im Bereich des Möglichen. Die Kripo Landshut nahm die Ermittlungen auf. Noch am Sonntag wurde ein Brandsachverständiger des Landeskriminalamtes München hinzugezogen.

Quelle: Landauer Zeitung
Fotos: z.T. Hofner

 

 

 

 

 

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